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UNSERE HEIMAT

Menschen und Natur von Bodersweier

UNSERE HEIMAT BODERSWEIER

 

Beinahe jeder fühlt sich irgendwo zu Hause. Doch was ist eigentlich Heimat?

 

Ist es das unbeschreibliche Gefühl, das man hat, wenn man dorthin zurückkehrt, wo man sich sicher und geborgen fühlt? Vielleicht ist es dort, wo man viele Gesichter kennt, jede Straße, jedes Haus und jeden Baum im Wald. Heimat mag ein Ort sein, den man liebt, und zwar bedingungslos. Es kann etwas sein, das man verteidigt, weil man es liebt und das man kritisiert, weil einem viel daran liegt. Für einige bedeutet Heimat Familie und Freunde, für andere die Natur in der man aufgewachsen ist, für viele beides. Heimat ist dort wo man lebt und sich bewegt. Der Begriff wird von vielen unterschiedlich verstanden, aber eines beinhaltet Heimat bestimmt für alle: Erinnerungen, schöne wie auch schlechte. Je älter wir werden, desto grösser wird unsere Heimat. Aus Straße und Spielplatz wird Dorf oder Ort, daraus wird Gemeinde oder Stadt. So vergrößert sich unser Begriff von Heimat, bis man eine Stadt als Heimat benennen könnte. Ist dies in unseren Herzern der Fall?

 

 

Postkarte der Mühle am damaligen Ortseingang von Bodersweier.

Bodersweier anno 1900

Geschichte

Bodersweier liegt im Rheintal ca. 2 km östlich des Rheins, der hier die Deutsch-Französische Grenze bildet, und 7 km nordöstlich von Kehl. Die Innenstadt des französischen Straßburg ist 10 km entfernt.

 

Die urkundliche Ersterwähnung geht auf das Jahr 884 n. Chr. zurück, als Kaiser Karl III. dem Kloster Honau seinen Besitz bestätigte, darunter auch Gut zu Bothalasuuileri. Der Name des Ortes wurde von der älteren Forschung noch auf einen elsässischen Adligen mit Namen Bodal zurückgeführt, der dem Kloster Honau bereits im 8. Jahrhundert Güter stiftete. Die jüngere Forschung erkennt in der Ansilbe bod dagegen eher die Bezeichnung für „sumpfiges Wasser“, was die Geländesituation des Ortes, der zur Zeit seiner Besiedlung wohl noch in einem ausgeprägten Mündungsdelta der Kinzig gelegen war, treffend charakterisiert.

Mit dem restlichen Besitz des bereits früh untergegangenen Klosters Honau kam Bodersweier bis zum 10. Jahrhundert als Teil des districtus Honowe an den Bischof von Straßburg. 1226 wurden ein Leutpriester und eine Kirche in Bodersweier erwähnt. Die drei im 13. und 14. Jahrhundert amtierenden Straßburger Bischöfe aus dem Geschlecht der Lichtenberger belehnten vor allem Familienangehörige mit bischöflichen Lehen. Als solches werden Bodersweier und 16 weitere rechtsrheinische Dörfer 1295 genannt. Nach dem Aussterben der Lichtenberger im Mannesstamm 1480 gelangte Bodersweier in den Besitz der jüngeren Linie der Grafen von Hanau, die aus dem Amt Babenhausen und den lichtenbergischen Gütern die Grafschaft Hanau-Lichtenberg errichteten, zu der der Ort fortan zählte. Im Dreißigjährigen Krieg und den nachfolgenden Kriegen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts Jahrhunderts hatte der Ort wie die gesamte Umgebung unter Plünderungen, Brandschatzungen und Einquartierungen zu leiden. Der Wiederaufbau kam wegen der fortgesetzten kriegerischen Unruhen nur zögerlich in Gang, und die von der Herrschaft eingeforderten hohen Abgaben zur Zahlung der Kriegsschulden taten ihr Übriges. Der Unmut der Bauern im Hanauerland äußerte sich im Aufstand der Hanauer Bauern von 1725. Nach dem Aussterben der letzten Hanauer kam Bodersweier 1736 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Mit dem rechtsrheinischen Hanauerland kam der Ort 1803 schließlich an Baden, während das benachbarte Kehl zunächst an Frankreich fiel, wodurch Bodersweier weiterhin Zollstelle blieb, was insbesondere zu einem Aufschwung des Speditionswesens im Ort führte.

 

1975 wurde die Ortschaft nach Kehl eingemeindet.

Religion

Das Kirchenpatronat des Ortes lag ursprünglich beim Abt des Klosters Honau, ab 1398 beim Stift Alt Sankt Peter in Straßburg. Seit Einführung der Reformation durch Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg († 1590) bzw. der nachfolgenden, etwa 1559 erfolgten Bestellung eines evangelischen Pfarrers war Bodersweier bis ins frühe 19. Jahrhundert fast rein protestantisch. Der bekannteste am Ort wirkende Geistliche war Quirinus Moscherosch, Ortspfarrer von 1655 bis zu seinem Tod 1675, der durch seine Gedichte auch überregional bekannt wurde.

Eine jüdische Gemeinde in Bodersweier bestand bereits im 18. Jahrhundert. Die Gemeinde wuchs nach dem Übergang an Baden im Lauf des 19. Jahrhunderts an. 1812/13 erbaute sich die wachsende Gemeinde eine neue Synagoge. 1875 lebten 116 Juden im Ort und machten damit rund 10 % der Bevölkerung aus. In den nachfolgenden Jahren setzte jedoch aufgrund der ärmlichen ländlichen Verhältnisse wie auch in anderen Landgemeinden eine starke Landflucht ein, so dass die jüdische Gemeinde im Jahr 1925 nur noch 46 Personen zählte. Bei den Novemberpogromen 1938 wurde die Synagoge verwüstet. Im September 1939 wurden sämtliche Juden des Ortes deportiert, doch kehrten einige Personen im Lauf des Jahres 1940 zunächst zurück, bevor im Oktober 1940 die letzten 15 Juden des Ortes nach Gurs verschleppt wurden. Insgesamt gelten 17 Juden aus Bodersweier als Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die ehemalige Synagoge kam in Staatsbesitz, diente zunächst noch als Busgarage, wurde nach 1945 an die Israelitische Landesgemeinde Südbaden zurückerstattet, von dieser an privat verkauft und 1951 abgerissen.

Quelle: Wikipedia

Zeitreise

An der Mühle wurde eine Turbine zur Strom erzeugung installiert. Heute würde man sagen "Alles ÖKO"! Vor der Turbine war ein Fangrechen montiert der z.b. angeschwemmte Äste usw. abfangen sollte. Dieser Fangrechen musste jeden Tag gereinigt werden. Die Mühle war somit eines der ersten Gebäude am Ort mit permanenten unabhängigen Stromanschluss.

Bodersweier anno 1930er

"Man" badete Vorort aber getrennt! Badeplatz der Jungs und Männer am Mühlbach nörd- lich der Mühle an der Brücke. Der Badeplatz für die Mädels und Frauen war ca. 100 Meter Bach abwärts.

Bodersweier anno 1930er

Schulklasse 1-2 in Bodersweier vor damaligen Hitlerjugend- Heim. Lehrer Sänger war nach damaligen Maßstäben  "hart aber gerecht"!

Bodersweier anno 1943

Die Landwirtschaft...

... damals das wirtschaftliche und kultrelle Rückgrat von Bodersweier.

Bodersweier ann 1950ziger

.. und dann begann die technische Veränderung!

Bodersweier anno 1950ziger

Harte körperliche Feldarbeitarbeit wobei meist die gesamte Familie half!

Bodersweier anno 1950ziger

Festumzug in Bodersweier

Bodersweier anno 1950ziger

Damaliges Verkehrsauf- kommen mit 4 PS auf der Bundesstrasse 36.

Bodersweier anno 1950ziger

Jugendmannschaft des Fussballvereines Bodersweier am alten Fussballplatz. Jeder wollte mitspielen und der Zusammenhalt und Kampfgeist war enorm. Stehend links nach rechts:  ?, Jakob Hemmler, ?, Karl, ?, Hermann Lasch, ?,Alfred Bartel. Sitzend: ?, Helmut Baas und Werner Müll.

Bodersweier anno 1950er

Alljährliche Kanninchenjagd mit den "Alten Herren" des Fussballvereins. Der Mensch hatte noch nicht die schreckliche Seuche Myxomatose in die heimische Natur gebracht! Die Kannichenbestände sind in der Bodersweierer Gemarkung seit den 1980er Jahren von mehren hundert Stück auf fast NULL zusammengebrochen.

Bodersweier "Pflanzschule" anno 1970ziger

Für die Ausbreitung innerhalb Europas zeichnet sich der französische Prof. Dr. Paul Amand-Delille verantwortlich. Um der Überpopulation auf seinem eingezäunten Landsitz Maillebois (ca. 100 km südwestlich von Paris) im Eure-et-Loire-Departement Einhalt zu gebieten, liess er sich den brasilianischen Myxomatosevirusstamm 1952 aus der Schweiz (Lausanne) kommen und infizierte am 14. Juni 1952 zwei Wildkaninchen. Der Erfolg war so überragend, dass Nachbarn auf sein Grundstück eindrangen und kranke Kaninchen einfingen, um sie in Ihren eigenen Gärten und Gütern wieder auszusetzen. Diesem Verhalten haben wir es zu verdanken, dass das Virus sich rasant innerhalb von zwei Jahren in ganz Europa ausbreitete. 1953 verzeichnete man den ersten Myxomatosefall rechtsrheinisch im Mannheimer Stadtpark, in der ehemaligen DDR setzte die Seuche erstmalig 1954 im Bezirk Leipzig ein. Das Myxomatosevirus wütete geradezu in Europa, er breitete sich in einem rasanten Tempo (ca. 400 km/anno) aus und wirkte ähnlich wie in Australien - nahezu vernichtend! Zu hunderten mussten wir in Bodersweier Ende der 70 Jahre die toten Kanninchen in Feld und Wald einsammeln.

Bodersweier anno 1970ziger

Im Garten von Familie Assmuss in Bodersweier. Die Bevölkerung lebte noch "nah" an der Natur!

Bodersweier anno 1960ziger

Ortschaftsrat der Gemeinde Bodersweier: Wilhelm Köbel, Hans Mannßhardt, Gerhard Faulhaber, Wilhelm Kropp, Hermann Lasch, Rolf Hopp und Ratschreiber Willi Müll.

Bodersweier anno 1970ziger

Rehbock verpasst Ausfahrt

Querbacherstrasse. Nachdem mehrere Anwohner telefonisch den örtlichen Jagdhüter  Horst Hemmler über einen Rehbock auf der „falschen Straßenseite" informierten, begann eine außergewöhnliche Jagd. Nachdem der Rehbock schon mindestens 800 Meter auf der Querbacher Straße entlanglief, war der Ausflug bei der Hausnummer 10, Familie Kropp, „Gott sei Dank" zu Ende. Frau und Herr Mauler sowie Herr Frank zeigten, dass die Bodersweier Bürger auf dem Lande und nicht in der Stadt aufwuchsen. Man leitete den Rehbock in die eigene Hofeinfahrt um und besorgte ein Seil, da Handschellen nicht verfügbar waren.  Mit entsprechender Umsicht, Mut und Geschicklichkeit versuchte man den Rehbock dem Tod durch ein Auto oder einer Herzattacke, zu entziehen. Der „vierfüßige Verkehrsteilnehmer" wurde zu Boden geworfen und fachmännisch gefesselt.

Die herbeigerufen örtlichen Jäger staunten nicht schlecht, als sie wenige Minuten später eintraf. Wäre der Rehbock noch ca. 400 Meter weiter gelaufen, wäre er auf die B36 innerhalb der Ortschaft gekommen. Bei dem großen Verkehrsaufkommen, der Panik des Rehs und der nicht vorhandenen Fluchtmöglichkeit wäre der Straßenverkehr ernsthaft gefährdet gewesen. Der kapitale Rehbock war bereits fachmännisch an den Füßen gefesselt und somit ordentlich verhaftet. Besonderen Respekt sprachen wir der Dame und den Herren des Fangkommandos aus, da ein Stich mit dem Rehgehörn zu ernsthaften Verletzungen hätte führen können.

Gemeinsam packte man den Verkehrssünder in den Kofferraum des Geländewagens der Jäger und überführte den Rehbock zum schönsten Rehwildbiotop der Ortschaft Bodersweier.

Gemeinsam lud man ganz vorsichtig den Rehbock aus dem Kofferraum heraus. Nur noch wenige Minuten trennten das reh von seiner Freiheit.

Der Rehbock begab er sich mit unsicheren Schritten in seine neue Heimat. Wir hoffen, dass er sich wieder gut erholt, zukünftig Dörfer meidet und an der Stelle wo er ausgesetzt wurde, eine neue sichere Heimat findet.

Bodersweier anno 19.08.2013

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