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STIFTERFAMILIE LASCH

NATURSCHUTZ ALS FAMILIENAUFGABE.

Ein generationenübergreifendes Engagement für die heimische Natur.

Von Generation zu Generation weiter gegeben: Über 100 Jahre kontinuierlicher Bemühungen zur Erhaltung der heimischen Pflanzen- und Tierwelt in der Gemarkung Bodersweier gingen der Gründung der „Naturlandstiftung Baden" (bis 2016 "Naturlandstiftung Familie Lasch") im März 2013 voraus.

 

Anfang der 70er Jahre begann sich unsere ländlich geprägte, kleinbäuerliche Heimat, begannen sich Landwirtschaft, Straßenbau und Forstwirtschaft, aber auch das Lebensverständnis der Gesellschaft, in bislang nicht gekanntem Maße zu verändern. Die kleinparzellige Dreifelderwirtschaft verschwand, die nur ertragsorientierte Waldbewirtschaftung setzte ein. Der Wald und das Feld wurden immer weniger als lebenswichtige Ressource für Nahrung, für Brenn- und Baumaterial begriffen, sondern als Investitionsobjekt oder Freizeitgelände. Durch das massenhafte Verschwinden von Wiesen und den Einzug von Monokulturen, wie beispielsweise dem Maisanbau, begann sich in der Folge Bestand und Vielfalt erster Pflanzen- und Tierarten spürbar zu verringern. Ab Mitte der 80er Jahre brachen einzelne Pflanzen- und Tierarten fast vollständig in ihrem Bestand ein. Es verschwanden die typischen Wiesenblumen und mit ihnen die Schmetterlinge, das Rebhuhn ebenso wie fast alle Brachvögel. Wie auch anderswo auf dem Land wurde das kleingliedrige Bewässerungssystem nicht mehr gebraucht – ein wertvoller Lebensraum aus Menschenhand drohte zu verschwinden. Viele ortsansässige hauptberufliche Bauern mussten, wie auch unsere Familie, aufgrund der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ihre über Generationen mit Schweiß und Hingabe aufgebauten Familienbetriebe stilllegen.

 

 

"Was Du von Deinen Eltern hast erworben, erwirb es, um es zu besitzen"!

Johann Wolfgang von Goethe

Die Mühle in Bodersweier. Im Familiensitz Lasch über drei Generationen hinweg.
Bodersweier anno 1900

Von Generation zu Generation weiter gegeben: Über 100 Jahre kontinuierlicher Bemühungen zur Erhaltung der heimischen Pflanzen- und Tierwelt in der Gemarkung Bodersweier gingen der Gründung der Naturlandstiftung Baden im März 2013 voraus.

 

Seit 1867 waren die Bodersweierer Mühle, und ein nicht unbeträchtlicher Teil landwirtschaftlicher Nutzfläche, im Besitz der Familie Lasch. Spätestens mit der dritten Generation wurde die Passion für die Natur in der Familie mehr als deutlich. Wie schon Karl Lasch, mein Urgroßvater väterlicherseits, der die Mühle 1911 übernahm, waren auch seine drei Söhne, Karl, Hermann und Albert, naturverbundene Jäger.

Mein Großvater Hermann lebte, als Müller und Landwirt, von und mit der Natur unseres ländlich geprägten Raumes. Seine Brüder Karl, Kaufmann in Kehl, Oberstleutnant der Artillerie, und Albert, Brotfabrikant in Willstätt, standen ihm in ihrer Verbundenheit mit Heimat und Natur nicht nach. Seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts waren alle drei in Hege und Pflege der Landschaften und Artenvielfalt ihrer Hanauer Heimat aktiv. Der Bruder meines Vaters, Kurt Lasch, übernahm die Mühle und die meisten landwirtschaftlichen Grundstücke 1959. In Folge des „Großen Mühlensterbens" in den 60er Jahren musste er den Betrieb jedoch 1972 aufgeben und verstarb am 11.07.1980 im Alter von nur 51 Jahren.

 

Mein Vater, Hermann Lasch, geprägt durch die Familientradition, war von Kindesbeinen an passionierter Jäger. Durch seine Kindheit in der Bodersweierer Mühle seiner ländlichen Heimat eng verbunden, und dem Vorbild des Vaters folgend, wurde auch ihm die Unversehrtheit von Tier- und Pflanzenwelt ein persönliches Anliegen. Mit der Heirat mit meiner Mutter, Eleonore Lasch, geborene Ross, kam ein weiterer Naturfreund und Jäger in die Familie - mein Großvater mütterlicherseits, Hermann Karl Ross. So wurde durch beide Großväter gleichermaßen der Grundstock unseres Familienengagements für die Natur gelegt. Sowohl mein Vater als auch ich haben dies immer als Vermächtnis verstanden und uns um Fortführung und Systematisierung der ersten frühen Maßnahmen bemüht. Dies führte in den vergangenen 20 Jahren dazu, immer wieder einzelne Grundstücke zu erwerben oder zu pachten, um darauf verschiedene Biotop-Maßnahmen zu initiieren.

 

Nach der Heirat mit meiner Frau, Dr. med. Claudia Lasch, wächst mittlerweile mit unseren Kindern, die nunmehr sechste Generation heran. Tiefe Achtung vor dem Leben, Engagement und Verantwortung, die uns beide als Menschen prägen, sind die Werte, die wir unseren Kindern mitzugeben versuchen. Durch die Liebe zur und dem Respekt vor der Natur sollen auch sie sich als Teil einer Tradition fühlen, die sich dem Erhalten und Bewahren von Lebensräumen verpflichtet fühlt.

 

Nach langen und intensiven Diskussionen mit meinen Eltern haben wir uns gemeinsam entschlossen, unser Möglichstes zu tun, um unser Familienengagement für den Naturschutz auch in die Allgemeinheit zu tragen und diese gemeinnützige Stiftung zu gründen. Meine Eltern und ich haben uns ganz bewußt dazu entschieden unseren Enkeln und Kinder von dieser bisher vererbten Verpflichung freizusprechen und entgültig zu entbinden. Mit der „Naturlandstiftung Familie Lasch" (ab 2016 umbenannt in "Naturlandstiftung Baden"), in die Teile unseres Vermögens eingehen, wollen wir uns für unsere Ziele, den praktischen Naturschutz in der Region, einsetzen und unsere Überzeugungen an die Allgemeinheit und hoffentlich auch an unsere Kinder weiter geben.

 

Marco Lasch, Bodersweier im Mai 2013

 

 

ZEITREISE

 

Der frühere und verlorene Familiensitz in Bodersweier.

Quelle: Familie Lasch

Einige Ahnentafeln von 1792-1860 von der Familie Lasch. Hiernach waren die Hauptberufe in der Familie Müller, Landwirt, Bäcker und Gastwirt. Die Männer wurden im Durchschnitt 69 und die Frauen 63 Jahre alt.

Quelle: Freya Zibold

Wilhelm Ross (Urgroßvater von Marco Lasch) und seine Familie.

Erster Weltkrieg

Quelle: Kehler Zeitung; 18.08.2014

Zeitungsbericht Wilhelm Ross 16.08.2014
wilhelm ross-a.pdf
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Luise Lasch geb. Erhardt (Großmutter von Marco lasch) und ihr Sohn Kurt im Alter von 4 Jahren. Urgroßvater Erhardt aus Rheinbischofsheim war ein ausgesprochener Liebhaber von Bernhardiner Hunden.

Bodersweier anno 1933

Karl-Hans und Kurt Lasch (4 Jahre alt) auf der Eingangstreppe des Wohnhauses bzw. des Gasthauses der Mühle. In fast jedem Haus war es in der damaligen Zeit sebstverständlich mindestens ein Luftgewehr oder Kleinkaliber im Hausrat zu haben. Alle Dorfbewohner wußten damit umzugehen und es gab keine Probleme.

Bodersweier anno 1933

Kurt Lasch mit 4 1/2 Jahren beim Probereiten. Früh übt sich..

Bodersweier anno 1934

Luise Lasch (Urgroßmutter von Marco Lasch) mit Ihrem Sohn Hermann beim "knuffeln" eines Rehkitzes im Garten der Mühle.

Bodersweier anno 1935

 

 

 

Luise Lasch (geb. 07.09.1907-gest. 1965, Hermann, Freya, Kurt, Ernst (geb. 31.05.1928-gest. 07.09.2007) und Karl-Hans Lasch (geb. 07.07.25-gest. 26.12.1943). Karl-Hans der Sohn von Karl Lasch fiel als Kriegsfreiwilliger bereits im Alter von 18 mit der Versenkung des deutschen Schlachtschiffs Scharnhorst am 26. Dezember 1943 im Nordmeer vor der Küste von Norwegen.

Bodersweier anno Ostern 1935

Kurt Lasch, Andres (?), Hermann Lasch und Mathilde (?) auf dem Pferdefuhrwerk.

Bodersweier anno 1937

Hermann Lasch liebevoll von seinen Eltern "Hermännel" genannt, im Alter von 3 Monaten, beim Bad im Heu.

Bodersweier anno 1935

Barbara Lasch (Urgrossmutter von Marco Lasch) geborene Lusch im Eingang der Wirtschaft "Zur Mühle".

Bodersweier anno Pfingsten 1938

Hermann Lasch (rechts im Bild) vor dem Schaufenster des Gasthauses zum Löwen und der dazugehöriger Metzgerei in Rheinbischofsheim.

Ganz rechts im Bild Karl Erhardt (Urgroßvater von Marco Lasch) und in der Mitte des Bildes sein Schwager Hauss.

Rheinbischofsheim anno1935

Hermann Lasch Senior und Hermann Lasch Junior beim gemeinsamen "Ausritt"! Da strahlten die Beiden um die Wette!

Bodersweier anno 1938

Kurt, Luise, Hermann Jun. und Hermann Lasch Sen..

Bodersweier anno 1947

Anemarie, Günther und Karl Lasch.

Bodersweier anno 1950er

Vater und Sohn Hermann Lasch auf dem Weg zur Jagd vor der Alten Mühle. Natürlich durfte der Deutsch-Drahthaarrüde Hasso dabei nicht fehlen!

Bodersweier anno 1950er

... Erhradt in Hanauer Tracht und Luise Lasch  m Blumen- und Gemüsegarten der Mühle.

Bodersweier anno 1957

Kurt Lasch, Karl Erhardt, ... Erhardt, Luise und Hermann Lasch im Blumen- und Gemüsegarten der Mühle.

Bodersweier anno 1957

Die Müller Richard Schneider, Kurt Lasch und Kurt Lang im "Zeichen des Mühlsteines"!

Bodersweier anno1950er

Die Mehlsäcke wurden auf einem Leiterwagen mit einer Kuh zum Bäcker gefahren.

Bodersweier anno 1950er

Hermann Ross. Mit Ihm als Opa und seinem Vater Hermann Lasch verbinden sich für Marco Lasch die schönsten Kindheitserinnerungen in der Natur.

Bodersweier anno 1960er

Marco und Hermann Lasch, nach einem gemeinsamen Arbeitseinsatz in der Natur.

Bodersweier, Alte Pflanzschule anno 2002

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