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WALD- UND FORSTWIRTSCHAFT

Den Wald für Mensch und Natur erhalten!

DIE FORSTWIRTSCHAFT

Kehl wald Bannwald Wirtschaftswald Rehwild  FSC

In Deutschland sollte es unserer Meinung nach wieder naturnahe Wälder, d.h. Urwälder geben. Damit diese wieder entstehen, müssen Wälder in Ruhe gelassen werden. Die Wildnis von heute sind die Urwälder von morgen. Und hierbei kann jeder von uns mithelfen indem er sich mit dem Thema der Waldbewirtschaftung auseinandersetzt.

 

 

Mut zu teilweise mehr Urwald!

Einst war ganz Europa von Urwäldern überzogen, die mit den heute vorherrschenden Wald-Monokulturen nicht vergleichbar sind. Hier wuchsen vom Keimling bis zum knorrigen Baumriesen alle Baum-Generationen. „Wald-Gesellschaften“ mit Bäumen, Gräsern und Kräutern, Farnen, Moose und Pilzen sowie vernässten Senken und Söllen bildeten artenreiche Biotope. Lichtdurchflutete Regionen werden von anderen Tieren und Pflanzen bewohnt als schattige Standorte. Selbst vermoderndes Totholz wird zum Nährboden für junges Leben. Der Wald in underen Gemarkungen der Umgebung erinnert nur noch an wenigen Stellen an diese „Märchenwälder“ aus längst vergangenen Zeiten.

Wald mit Wild zahlt sich aus!

Erinnern unsere heimischen Waldungen an einen „Märchenwald“? Der Wald sollten so bewirtschaftet werden, dass sie mit ihren Feuchtgebieten, ihren Dickungen und Lichtungen auch unverzichtbare Lebensräume für Wildtiere sind. Schwarzspecht und Eule, Reh und Wildschwein, Silberreiher und Kröte, Amphibien und Ameisen – sie alle würden von der naturnahen Bewirtschaftung des Waldes profitieren. Auf der anderen Seite muss die Städte – wie jeder Forstbetrieb auch - mit dem Wald Geld verdienen. Dabei gibt es Spannungsfelder, doch unterm Strich zahlt sich Wald mit Wild aus.

Mehr Wasser im Wald!

Der Wald war früher stark von der Eiche dominiert. Im Dämmerlicht eines Eichenwaldes können andere Pflanze nur schwer gedeihen, doch Frühblüher wie Buschwindröschen, Leberblümchen und Scharbockskraut nutzen das wenige Licht im Frühling zum Blühen. Wenn sich im Mai die Eichenblätter entfalten, ist die Zeit der Frühblüher vorüber. An einigen Stellen leisten Eschen, Buchen und Ahorn der Eiche Gesellschaft.

Mischwälder sind Wohlfühl-Oasen für das Wild. An einigen Stellen im Rheinwald ist der Erlensumpf permanent überstaut – Amphibien lieben diese Gebiete! Deutschlandweit sind Bruchwälder durch die Entwässerung vor allem benachbarter landwirtschaftlich genutzter Flächen dramatisch zurückgegangen.

Höhlenbäume und Totholz bringen Leben!

Es sollte mehr darauf geachtet werden, einen möglichst hohen Anteil mittelalter Bäume zu erhalten. Die Zahl der Höhlenbäume ist auch Indikator für die Qualität des Lebensraumes Wald für Wildtiere. Doch zur wildtierfreundlichen Forstwirtschaft gehören nicht nur Feuchtgebiete und Höhlenbäume, sondern auch stehendes und liegendes Totholz. Totes Holz heißt Leben für die Artenvielfalt: Insekten, Pilze und Moose besiedeln das Holz, das sich über Jahre langsam zersetzt und dem Waldboden wieder Humus und wichtige Nährstoffe zuführt.

Wirtschaftswald mit Wild!

Im Wald sollte unserer Meinung nach jedes Jahr etwas weniger Holz geschlagen werden, als wieder nachwächst. Das gehört genauso zur Nachhaltigkeit, um dem Wild den Wald zu erhalten, den es als Lebensraum nutzt. Ein Wald ohne Wild ist tot. Daher sollte in den Wälderen „Wald vor Wild“, sondern „Wald mit Wild“ gelten. Dies war in vielen Ortschaften und Gemeinden über Jahrhunderte kein Spannungsfeld. Erst in jünsgster Zeit, meist einhergehend mit einer FSC Zertifizierung und deren individuelle Anwendung, wird ein Spannungsfeld zwischen "Wald und Wild" geschaffen.

Doch es funktionierte und würde immer noch funktionieren: Auch wenn die Fraßspuren des Wildes für den Experten zu erkennen sind, wachsen  große Teile junger Pflanzen, ohne dass sie eingezäunt werden müssen. Für den Umgang mit dem Wild ist die Wildruhezone im Offenland ein zentraler Schlüssel: Denn ein attraktives und sicheres Nahrungsangebot außerhalb des Waldes hilft auch der Waldvegetation. Alles, was das Wild auf den Wiesen- und Kleegrasflächen im Offenland an Nahrung aufnimmt, schont die Waldvegetation. Zusätzlich werden die Wildbestände durch die Jagd in einem ausgewogenen Verhältnis gehalten. Ein angemessener Bestand von Reh- und Schwarzwild gehört für die Naturlandstiftung zu einem verantwortungsvollen Waldbau.

Die Naturlandstiftung steht zur Forstwirtschaft in Deutschland! Die Forstwirtschaft sollte sich permanent kritisch überprüfen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Flächenbewirtschaftung einfließen lassen und Fragen des Naturschutzes eine hohe Bedeutung geben.

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