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PRESSEARCHIV 2019

 

Titel:      Wildkatze kehrt in den Bodersweierer Wald zurück/ Tierart mittels Genanalyse bestätigt

Quelle:  Naturlandstiftung Baden

Datum:  Januar 2019

 

Die Naturlandstiftung Baden hat die Haarprobe einer Katze im Bodersweierer Wald mittels DNA-Analyse untersuchen lassen. Die Testergebnisse belegen nun die Vermutung: Es handelt sich tatsächlich um die Europäische Wildkatze.

 

In den vergangenen Monaten haben sich bereits mehrfach mindestens zwei verschiedene Katzen von einer Wildkamera im Bodersweierer Wald ablichten lassen. „Schon die Fellzeichnungen der Tiere legten die Vermutung nahe, dass es sich dabei um Wildkatzen handeln musste. Nun haben wir den eindeutigen Beweis“, berichtet Marco Lasch von der Naturlandstiftung Baden.

 

Die Naturlandstiftung Baden hatte eine Haarprobe einer der Katzen an das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen geschickt, welches sich mit der Wildtierforschung beschäftigt. Auch dokumentiert das Institut die Populationen und die Wanderungsbewegungen der Wildkatzen im ganzen Bundesgebiet. Die Experten analysierten daraufhin die Tierhaare. Das Ergebnis war eindeutig: Bei dem eingeschickten Genmaterial handelt es sich um die Europäische Wildkatze.

 

„In Baden-Württemberg galt die Wildkatze seit knapp 100 Jahren als ausgestorben. In den letzten Jahren wird sie nun immer häufiger in der Rheinebene und auch in der Ortenau nachgewiesen. Daher freut es uns umso mehr, dass wir sie nun auch bei uns in Bodersweier nachweisen konnten“, sagt Michael Faller. Die Wildkatze ist streng geschützt, da sie zu den sehr seltenen Waldbewohnern zählt. „Menschen bekommen das nachtaktive Tier kaum zu Gesicht. Es sind sehr scheue Tiere“, erklärt er.

 

Gewinnung der Tierhaare

„Im Bodersweierer Wald steht ein sog. „Lockstock“. Hierbei handelt es sich um einen angerauten Holzstab, der in den Waldboden geschlagen und mit Baldriantinktur besprüht ist“, berichtet Michael Faller. Baldrian habe auf Katzen eine Lockwirkung, welche die Katzen dazu bringe, sich am Lockstock zu reiben. „Die Fotoaufnahmen zeigen, dass sich die Wildkatze intensiv am Stock gerieben und auf diese Weise ihre Haare hinterlassen hat.“

 

Verwechslungsgefahr umgangen

Hauskatzen stammen zwar nicht von der Europäischen Wildkatze ab, sehen sich aber sehr ähnlich: Beide können einen buschigen, schwarz geringelten Schwanz und das verwaschen-getigerte Fell vorweisen. „Wir wollten sicher gehen, dass es sich auch wirklich um Europäische Wildkatzen handelt und nicht um eine gewöhnliche Hauskatze oder einen Blendling (Nachkommen bei der Verpaarung von Wild- und Hauskatzen). Daher haben wir die Haarprobe analysieren lassen“, sagt Marco Lasch.

Auch Kotproben können als Nachweis untersucht werden.

Andere Möglichkeiten zur eindeutigen Bestimmung seien nur an gefangenen oder tot aufgefundenen Tieren möglich.

 

Gefährdungsursachen

Besonders erwachsene Wildkatzen haben in Deutschland nur wenig natürliche Feinde, wie Luchs und Wolf. Uhu, Seeadler, Steinadler oder Fuchs erbeuten meist nur Jungtiere. Warum die Anzahl der Wildkatzen in den vorigen Jahrhunderten abnahm, ist bis heute nicht eindeutig zu beantworten. Unter anderem werden der Lebensraumverlust durch die fortschreitende Besiedelung durch den Menschen und der damit einhergehende Ausbau der Verkehrswege, wie auch die Bejagung als Ursachen angenommen. Heutzutage wird die Wildkatze häufig Opfer im Straßenverkehr. Eine weitere Gefährdungsursache ist die immer stärkere Zerschneidung der Lebensräume durch neue Verkehrswege und Siedlungsmaßnahmen durch den Menschen und damit verbunden weiterer Lebensraumverlust.

 

Schutzmöglichkeiten

Die Wildkatze ist streng geschützt und von der Jagd ganzjährig geschont. Sie verbringt fast ihr gesamtes Leben im Wald. Zum Schutz der Wildkatze sollten naturnahe, strukturreiche Wälder gefördert und erhalten werden. Ein Nutzungsverzicht in Form von Bannwald auf Teilflächen des Waldes würde der Wildkatze ebenfalls zu Gute kommen. Dort findet sie geeignete Lebensraumbedingungen, wie z.B. Baumhöhlen in alten oder abgestorbenen Bäumen  zur Aufzucht ihrer Jungen.

Verbindungskorridore aus Hecken und Bäumen zwischen Waldgebieten würden der Wildkatze bei ihrer Ausbreitung helfen, da sie große waldfreie Flächen nicht gerne durchquert. Zusätzlich können Leitzäune und Querungshilfen (Unterführungen, richtige Ausführungen von Bach- und Flussdurchbrüche  und Grünbrücken) an Hauptverkehrsadern und  Autobahnen die Anzahl der Verkehrsopfer verringern.

 

Hintergrundwissen

Die Europäische Wildkatze oder Waldkatze kommt aufgrund ihrer Lebensraumansprüche meist nur in größeren Waldgebieten vor. Bevorzugt hält sie sich in zusammenhängenden, altholzreichen Laub- und Mischwäldern auf, in denen sie ihrer Beute, hauptsächlich Mäuse, nachstellt. Sie wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung als Tier des Jahres 2018 ausgewählt.

 

Titel:      Kooperation zwischen Kindergarten, Naturlandstiftung Baden und Papierfabrik August Koehler

                Wöchentlich raus in die Natur

Quelle:  Naturlandstiftung Baden

Datum:  15.01.2019

 

Die Naturlandstiftung Baden unterstützt den Ev. Kindergarten „Kinderarche“ in Legelshurst nun professionell bei der Naturbildung. Ab Januar 2019 dürfen die Kinder einmal in der Woche in den Wald. Dabei werden sie von Naturpädagogen begleitet. Bei den sog. „Waldtagen“ sollen die Kinder ihre Umgebung und die Natur, die sie umgibt, kennen und verstehen lernen. Erzieherin Corinna Schade sagt dazu: „Beim Waldtag machen Kinder gemeinsam ihre ersten Umwelterfahrungen und sammeln diese. Nach einem wunderschönen Tag im Wald, kehren die Kinder stets entspannt, ruhig und ausgeglichen zurück.“ Die Kleinsten schon früh mit der Natur vertraut zu machen, sei daher enorm wichtig. Denn die Kinder bräuchten für ihr seelisches und körperliches Wohlbefinden den Kontakt zur Natur.

 

„Es ist vorbildhaft und lobenswert, dass der Legelshurster Kindergarten schon seit einigen Jahren die Waldtage in ihren Erziehungsalltag integriert hat. Wir freuen uns, sie nun dabei mit unserer Expertise zu unterstützen“, sagt der Vorsitzende der Naturlandstiftung Marco Lasch.

 

Da aber eine wöchentliche Kooperation personelle, wie finanzielle Ressourcen erfordert, hat sich die Naturlandstiftung Baden auf die Suche nach einem Sponsor gemacht. Fündig wurde sie bei der Papierfabrik August Koehler SE. „Dank dem Vorstandsvorsitzenden Kai Furler, ist diese Kooperation möglich geworden. Vielen herzlichen Dank für die Unterstützung“, so Lasch.

 

Unterstützung im Einklang mit Koehlers Unternehmenskultur

Für Kai Furler war es keine Frage, das Projekt zu unterstützen. „Einerseits bin ich selbst gerne in der Natur“, sagt er. „Andererseits habe ich Kinder und weiß, wie wichtig es ist, Kindern unsere heimische Natur und deren Wert zu vermitteln.“ Im Grunde handelt sich bei der Unterstützung um eine Fortsetzung dessen, was Furler in seinem Unternehmen auf den Weg bringt.

 

„Bei Koehler arbeiten wir an nachhaltigen Lösungen in allen Produktbereichen“, sagt er. Gleichzeitig kümmere man sich auch um den Nachwuchs und sei nicht von Ungefähr als Ausbildungsbetrieb mit dem Siegel „Best place to learn“ ausgezeichnet. „Wir können uns mit dem Projekt identifizieren.“

 

Natur mit allen Sinnen erleben

Corinna Köninger, Naturpädagogin von der Naturlandstiftung Baden erklärt, dass nicht nur der Spaziergang im Wald für die Kinder von Bedeutung sei. Es zählen vielmehr die Momente, in denen sich die Kinder Zeit für die Erkundung der Welt nehmen. „So aktivieren Kinder ihre Sinne, wie Sehen, Hören und Fühlen. Mit allen Sinnen erleben sie also im Wald die Natur, sehen sich die Brombeeren an, bestaunen das satte Grün der Blätter, fühlen das weiche Moos und lauschen den Vögeln“, so die Naturpädagogin.

 

Im Wald treffe die natürliche Neugierde der Kinder mit ihrem angeborenen Bewusstsein für die Natur zusammen: „Immer wieder fragen die Kinder nach Begriffen und Ausdrücken und wollen Zusammenhängen verstehen, wie beispielsweise, warum es Eicheln gibt. Wir sehen: Der Wald weckt die Kinder auf, macht sie aktiv und lässt sie bewusst für das Leben um sie herum werden“, sagt Köninger.

 

Waldtag im Kindergarten Legelshurst

Der Kindergarten hatte den Waldtag vor 5 Jahren bereits ins Leben gerufen. Seitdem stellt dieser Tag einen Höhepunkt in der Kindergartenwoche dar. Doch nur, wer richtig angezogen ist, hat auch großen Spaß im Wald. „Immer, wenn es heißt ‚Heute ist Waldtag‘, betrachten wir gemeinsam mit den Kindern zunächst Bilder zur jeweiligen Jahreszeit, wie etwa Laubbäume im Herbst. Im Anschluss besprechen wir, welche Witterung draußen gerade herrscht, damit die Kinder lernen, welche Kleidung sie im Wald tragen sollten“, sagt Schade. Denn auch, wenn die Sonne ab und zu zwischen den Bäumen hindurchblitzen mag, kann es im schattigen Wald kühl und feucht sein. Daher seien Matschhosen und Gummistiefel für die Kinder die erste Wahl.

 

Naturbildung mit der Naturlandstiftung Baden

 

Die Naturlandstiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die Natur zu begeistern und der Naturentfremdung entgegenzuwirken. Anhand von Naturerfahrungen sollen sie ihre Stellung als Mensch in den Ökosystemen, der Natur, erfassen und lernen, dass ein verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln Mensch und Natur dienen.

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