Naturschutz  >  Projekte  >  Schutzprojekt Gelbbauchunke

 

SCHUTZPROJEKT GELBBAUCHUNKE

In einem Waldgebiet existiert noch eines der letzten großen Gelbbauchunkenvorkommen in der Gemeinde Kehl. Dieser Bestand ist durch die Art der Waldnutzung bedroht.

2014

Zerstörter Gelbbauchunken Biotop

(Wald Bodersweier, Stadt Kehl)

Durch die Nutzung als Wirtschaftswald waren zahlreiche breite Rückegassen in den Wald geschlagen worden. Diese Gassen machten eine zusätzliche illegale Bauschuttablagerung (Bild 2014 NABU Kehl) mitten im Gelbbauchunkenbestand sehr einfach möglich.

2017

Gelbbauchunke

Der dramatische Rückgang der Gelbbauchunke ist in erster Linie auf die Beeinträchtigung bzw. den Verlust ihrer Lebensräume zurückzuführen. Die Gelbbauchunke in Deutschland befindet sich in einem schlechten Erhaltungszustand und wird bei der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in den Anhängen II und IV aufgeführt.

2018

Naturlandstiftung Baden gewinnt EN-BW Förderprogramm „Impulse für die Vielfalt“ 2017: Gelbbauchunke schwer in Not – Wir schaffen für sie einen Biotop

Das Engagement im Sinne eines Dauerprojektes „Schutzprojekt Gelbbauchunke Stadt Kehl“ der Naturlandstiftung Baden begann im Jahre 2015 im Gemeindewald Bodersweier, wo sich eine noch stabile Gelbbauchunkenpopulation befindet. Das Waldgebiet wird als Wirtschaftswald (hier ist Holzgewinnung das Hauptziel der Waldnutzung) genutzt und ist somit zwangsläufig mit Rückegassen für die Holzabfuhr flächendeckend durchzogen. Diese teilweise bei nassem Wetter mit mehreren Tonnen schweren Vollerntern befahrenen Rückegassen bieten leider oftmals die einzige Laichmöglichkeit, da entsprechende natürliche Senken aufgrund der Waldnutzung verschwunden sind und Gräben nicht mehr instandgehalten werden. Gleichzeitig laden aber diese tiefen Fahrrillen auch zur Möglichkeit der illegalen Befüllung mit z.B. Bauschutt ein. Genau diese Situation und dieser Umstand passierte inmitten der Laichzeit auf einer Länge von ca. 50 Metern. Dieser schwere Verstoß gegen das Naturschutzgesetz wurde durch den NABU Kehl zur Anzeige gebracht. Dies war die Geburtsstunde des Engagements der Naturlandstiftung Baden für die Gelbbauchunke in der Stadt Kehl. Die Naturlandstiftung Baden brachte, um solch ein Naturschutzvergehen zu verhindern, einen Projektvorschlag zum langfristigen und nachhaltigen Schutz der Gelbbauchunkenpopulation bei der Unteren Naturschutzbehörde Offenburg ein. Innerhalb von drei Monaten wurde dann ein gemeinsamer und überarbeiteter Projektvorschlag für die Stadt Kehl als Waldeigentümer erarbeitet. Das ca. 35 Hektar große Kerngebiet der Gelbbauchunkenpopulation Bodersweier sollte durch verschiedene Biotopmaßnahmen wie z.B. die Schaffung von Rohbodenflächen und Tümpelketten gesichert werden, damit die Tiere sich nicht in den Fahrspuren sammeln müssen. Um das Projekt auch finanziell für die Stadt Kehl interessant zu gestalten, wurde eine mögliche Ökopunkteberechnung  (Ertrag zwischen 100.0000 und 300.000 Euro) in Aussicht gestellt und die Umwandlung in Schonwald vorgeschlagen.Die Stadt Kehl führte anschließend Begehungen mit dem Bauamt/ Umweltbehörde Stadt Kehl, dem Forstamt Offenburg, dem Unternehmen BHM Planungsgesellschaft mbH, der Unteren Naturschutzbehörde Offenburg und dem Ortsvorsteher von Bodersweier durch. Bei einem abschließenden „Runden Tisch Schutzprojekt Gelbbauchunke Stadt Kehl“ wurde das gesamte Projekt durch die Stadt Kehl vollumfänglich abgelehnt.Die Abteilung Baurecht/ Umwelt Kehl und deren Dienstleister Waldbewirtschaftung (Staatliches Forstamt Offenburg) und Ökopunkte (Unternehmen BHM Planungsgesellschaft mbH) lehnten einstimmig und sehr vehement das gesamte Projekt vollständig aus „ökologischen und ökonomischen Gründen“ ab. Die Projektunterstützer Untere Naturschutzbehörde  Offenburg, Naturlandstiftung Baden und die Ortschaft Bodersweier konnten sich nicht durchsetzen. So blieb dem Projektinitiator Naturlandstiftung Baden nur noch eine Möglichkeit übrig  und die Flächen der Stadt Kehl gezwungenermaßen zu umgehen.

Zwei Grundstücke im Stiftungsbesitz boten sich an. Umgehend wurde eine zweite Projektierung vorangetrieben und diese dann zusätzlich bei der ENBW als Förderantrag eingereicht. Bei den folgenden Besprechungen mit Herrn Dr. Calaminus von der ENBW wurde sofort große Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert und im August 2017 erhielt die Naturlandstiftung Baden einen Förderpreis in Höhe von € 4.000,00. Dieser Betrag deckt ausschließlich die entstehenden Projektkosten (Baggerarbeiten Laichplätze, Leerrohre, Verlegung von Leerrohren usw.) für fünf Laichplätze sowie die unmittelbare Biotopoptimierung für Gelbbauchunken.

 

Aufgrund des nassen Herbstes 2017 und Frühjahres 2018 konnten die Bauarbeiten leider erst jetzt begonnen und abgeschlossen werden. Wir bedanken uns bei der ENBW für Ihre finanzielle Unterstützung und bei der Unteren Natuschutzbehörde Offenburg Herrn Dr. Nikusch, dem NABU Kehl, den ehrenamtlichen Naturschutzwarten, dem Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) , der Ortschaft Bodersweier und den vielen ungenannten aber sehr engagierten Privatpersonen für die Unterstützung bei dem schwierigen Projekt  „Schutz der Gelbbauchunke in Kehl“.

Folgen sie uns

Kontakt

Anfrage Naturbildung

Mitglied werden

Spenden für Natur

ADRESSE

 

Naturlandstiftung Baden

Handwerkstrasse 1A

77694 Kehl (Bodersweier)

KONTAKT & INFO

 

KONTAKT

 

Impressum

Datenschutz

SICH ENGAGIEREN

 

MITGLIED WERDEN

SPENDEN FÜR NATUR

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Naturlandstiftung Baden 2018

Anrufen

E-Mail

Anfahrt