PROJEKT:

RENATURIERUNG QUELLTOPF

Naturschutz  >  Projekte  >  Wiederherstellung Quelltopf "Quellbrinnel" in Bodersweier/ Zierolshofen

 

RENATURIERUNG QUELLE GEMARKUNG KEHL (Bodersweier)

 

Was ist eine Quelle?

Quellen sind überwiegend vom Grundwasser gespeiste Quellbereiche, die Tiefen von etwa 0,5 bis zu etlichen Metern und Flächen von einigen Quadratmetern bis zu vielen Ar aufweisen können; sie besitzen  Abflüsse von wenigen l/s bis zu einigen 100 l/s, meistens aber nur eine geringe Strömung. Sie sind ohne anthropogene Beeinträchtigung sehr klar.

 

Natürliche Quellen, in der Region auch Giessen genannt, sind im Ortenaukreis und in der Rheinebene recht selten und müssen nach den Naturschutzgesetzen geschützt und erhalten werden. Solch ein seltener Quelle befindet sich auf der Gemarkung Bodersweier.

Die außergewöhnliche Quelle in Bodersweier war eigentlich nur noch älteren Bürgern als „Quellbrinnel“  bekannt und fast völlig in Vergessenheit geraten. Der Vorsitzende der Naturlandstiftung Baden, Marco Lasch, der selbst aus Bodersweier kommt, kennt die zahlreichen Geschichten, die sich die älteren Bürger erzählten. Wegen eines persönlichen Erlebnisses im März vergangenen Jahres begann er sich intensiver mit der Geschichte dieses Naturdenkmals zu befassen. Vor etwa 30 Jahren fand man sogar beim Pflügen nur ca. 200 Meter von der Quelle entfernt Überreste einer alten Siedlung. Noch in den 50er und 60erJahren des letzten Jahrhunderts suchten viele Bodersweier, ob Jung oder Alt, den Ort dieser Quelle auf und erfreuten sich wohl an der Ausstrahlung dieses Ortes.

Das Waldstück, in dem sich die Quelle befindet, wurde vorausschauend bereits 1987 von den Ortschaften Bodersweier und Zierolshofen dem staatlichen Forstamt zur Klassifizierung als Schonwald vorgeschlagen. Die erfolgreiche Ausweisung als Schonwald hatte unter anderem zur Folge, dass keine massive forstwirtschaftliche Bewirtschaftung wie z.B. Anlegen von Rückegassen, wie bei der Waldbewirtschaftung als Wirtschaftswald sonst üblich, in der Nähe stattfanden und die Quelle bis heute nicht gestört wurde. Der Bodersweier Bürger Karl Ehrhard übernahm bis in die 1970 Jahre die regelmäßige Pflege des Quellaustrittes, welche er dann aus Altersgründen aufgeben musste.

Seit nunmehr aber fast 40 Jahren ist die Quelle fast in Vergessenheit geraten und ihre Existenz ist durch die natürliche Verbuschung und den zunehmenden Laubfall in höchstem Maße gefährdet. Auf Grund dieser Erkenntnis setzte sich die Naturlandstiftung Baden mit einem Projektvorschlag „Rettung des Quelltopfes Bodersweier“ mit der Unteren Naturschutzbehörde Offenburg zur fachlichen Koordination in Verbindung. Gleichzeitig suchte man Unterstützung bei den Ortsvorstehern von Bodersweier und Zierolshofen Herrn Kropp sowie Herrn Speck. Mit Hilfe aller Beteiligten konnte sprichwörtlich in „letzter Minute“ auch die Stadt Kehl von dem Projekt überzeugt werden. Im März durfte noch mit den entsprechenden Pflegemaßnahmen (Baumfällarbeiten und Entfernung von Büschen) rund um die Quelle der erste Projektschritt vollzogen werden. Im April wurde dann mit Spaten und Schaufel ca. 50 Zentimeter Laub und Morast aus der unmittelbaren Austrittsstelle entfernt.

 

Der Erfolg der Maßnahmen war unmittelbar in den darauffolgenden Tagen zu sehen. Man konnte wieder Luftblasen aus dem Quelltopf beobachten, die zeigen „ich lebe wieder“! Für die Jugendgruppe der Naturlandstiftung, den „Naturlandrangern“ war der erste Besuch an dem wieder hergestellten Quelltopf ein tolles Erlebnis. Ein kleines Mädchen sagte beim Anblick der vom Grund aufsteigenden Blasen: „Das Wasser kann ja sprechen…“! Vielleicht macht dieser Bericht wieder einigen Bürgern von Kehl bewusst, in was für einer spannenden und abwechslungsreichen Gegend wir in Bezug auf die Natur wohnen. Es bedarf allerdings des Engagements von uns Menschen, Natur und Geschichte lebendig und intakt der nächsten Generationen zu übergeben.

2017 Januar

Quellfläche vollständig mit Bäumen und Hecken überwachsen. 90 % der Quellaustrittsflächen mit Grund und Laub überlagert.

2017 Januar

Das Quellwasser kann nicht mehr an die Oberfläche dringen bzw. das Regenwasser nicht mehr im Wald natürlich versickern.

2018 Februar

1. Projektabschnitt

Bäume und Hecken entfernt.

2018 April
2. Projektabschnitt

Ursprüngliche Austrittsfläche der Quelle wird mit Spaten wieder ausgestochen.

2018 Mai

Die nähere Umgebung ist wieder frei von Hecken und Bäumen. Die  Quellaustrittsstelle ist somit freigelegt.

2018 Juni
3. Projektabschnitt

Die Quelle wird nun wöchentlich begutachtet, damit wir beobachten können, wie sich die Quelle entwickelt, um die weiteren Pflegemaßnahmen anpassen zu können.

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