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ÖKOPUNKTE

Was steckt dahinter?

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Wer irgendwo ein Feuchtgebiet im Rahmen von Baumaßnahmen zuschüttet, muss eigentlich wieder ein Feuchtgebiet schaffen; ein zerstörter Wald ist nur durch einen neuen Wald, möglichst in direkter Nachbarschaft, zu ersetzen - so verlangt es im Idealfall das Bundesnaturschutzgesetz. Die Praxis sieht anders aus: Längst ist es bundesweit gang und gäbe, etwa neuangelegte Schnellstraßen mit Pflanzungen ärmlichen Begleitgrüns zu kompensieren.

 

 

Das Ökokonto soll diesen Missstand beseitigen. Die Schaffung der Ökopunkte und Ökokonten ist der Versuch, den Eingriffs- und Ausgleichsregelungen des Bundesnaturschutzgesetzes in der komplizierten Wirklichkeit des dichtbesiedelten Deutschland möglichst gut und sachgerecht Rechnung zu tragen. Der theoretische Ansatz lautet: Firmen (meist private Planungs- bzw. Ingenieurbüros und Firmen des Landschaftsbaus) schaffen gleichsam Natur auf Vorrat und erarbeiten die sogenannten Ökopunkte. Bauherren (z.B. Kommunen oder private Bauträger) profitieren, weil sie nicht mehr selbst und in unmittelbarer Nähe ökologischen Ausgleich schaffen müssen. Stattdessen kaufen sie die geschaffenen Ökopunkte. Kehl

 

 

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ÖKOPUNKTE: Die Natur wird immer mehr zum reinen Wirtschaftsgut.

Und doch stößt der schwunghafte Handel mit Wald und Wiese zunehmend auf Kritik, der sich die Stiftung Naturlandstiftung Baden anschließt. Der zentrale Vorwurf: Ökoprojekte werden nur deshalb in die Tat umgesetzt, weil mit ihnen Geld zu verdienen ist. Sinnvoller und nachvollziehbarer Ausgleich für Bauprojekte findet dadurch gar nicht erst statt. Das Geschäft mit Ökopunkten vereinfacht den Bau von Straßen und Gewerbegebieten. Doch hilft es im Ergebnis auch der Natur bzw. dem Naturschutz?

Die privaten Planungs- bzw. Ingenieurbüros sind eine Art professionelle Naturvermehrer. Im Angebot haben diese z.B. abgerissenen Immobilien, frisch entgratenden Bäche, neuangelegte Hecken und renaturierte Auen. Für jedes neugeschaffene Biotop bekommt die Firma von der Landesregierung sogenannte Ökopunkte gutgeschrieben. Die wiederum sind bares Geld wert. Meist werden die Ökopunkte an Investoren verkauft, die an anderer Stelle Bauvorhaben verwirklichen wollen. Denn jeder Eingriff in die Natur, etwa beim Wohnungs- oder Straßenbau, muss in Deutschland mit Ökopunkten kompensiert werden. Die Firmen liefern diesen Ausgleich somit im Schnellverfahren. In Baden-Württemberg tut sich bereits eine ungewöhnliche Allianz aus Naturschützern und Landwirten auf. Die Landwirte kritisieren die Kommerzialisierung der Natur durch das Ökokonto - vor allem deshalb, weil ihnen die neuen Ökogroßgrundbesitzer den Acker streitig machen. Denn ausgerechnet die begehrten Ackerflächen sind für die Punktehändler wahre Schnäppchen. Weil Acker relativ preisgünstig zu kaufen und zudem leicht ökologisch aufzuwerten ist, können die Planungs- und Ingenieurbüros hiermit am meisten Geld verdienen. Ebenfalls besonders pikant: Einige Naturschützer die das Ökokonto als "naturschützendes und marktkonformes Instrument" rühmen, sind selbst in den Punktehandel involviert. Kehl

Wir fordern im Umgang mit Ökopunkten keinen Ablasshandel mit der Natur einzugehen!

Gegenwärtig ist davon auszugehen, dass aus dem Ökopunkte-Millionengeschäft- zukünftig ein Milliardengeschäft in Deutschland entsteht und Ökologie wie schon so oft von Ökonomie vereinnahmt wird.

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