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 WILDTIERKRANKHEITEN

FUCHSBANDWURM

 

Fuchsandwurm-Erkrankungen werden oft zufällig bei Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums entdeckt. Nur in wenigen Fällen zeigen sich beim Menschen Symptome. Die Ansteckung mit dem Parasiten erfolgt über die Aufnahme von Eiern aus der Umwelt. Die Larven bilden je nach Erkrankung blasenartige Strukturen. Bei der Fuchsbandwurm-Erkrankung ist in 98 Prozent der Fälle die Leber betroffen. Sie kann ohne eine Therapie mit Medikamenten sogar tödlich verlaufen.

 

Früher steckten sich vor allem Landwirte und Jäger mit dem Fuchsbandwurm an. Heute trifft es auch Menschen in der Stadt. Der Grund: Füchse, die den Parasiten in sich tragen, wandern in die Städte. In ihrem Kot finden sich die Eier des Wurms, der beim Menschen die potenziell lebensgefährliche Echinokokokkose, zu deutsch: Fuchsbandwurmerkrankung, auslösen kann.

Laut dem Robert Koch-Institut gab es 2016 circa 30 Fälle einer Fuchsbandwurmerkrankung in Deutschland, der Großteil wurde aus Bayern oder Baden-Württemberg gemeldet.

 

Infektion mit dem Fuchsbandwurm

Als Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm dienen hauptsächlich Mäuse, Ratten und andere Nagetiere. Wird eine infizierte Maus von einem Fuchs oder einem Hund gefressen, findet der Parasit in ihnen einen genetisch idealen Endwirt. Über die Ausscheidungen der infizierten Füchse oder Hunde gelangen Wurmeier in die Umwelt. Diese sind widerstandsfähig genug, um selbst eisige Temperaturen von unter -20 Grad zu überstehen. Eine Ansteckung erfolgt üblicherweise durch die versehentliche Aufnahme der Eier über den Mund. Aber nicht alle infizierten Personen mit positiven Bluttests erkranken wirklich an der alveolären Echinokokkose. Die ersten Symptome wie Oberbauchschmerzen oder Gelbsucht zeigen sich frühestens nach fünf bis zehn Jahren.

 

Übertragung vom Haustier zum Menschen

Ob der Haushund im Wald einen toten Fuchs entdeckt oder das apportierte Stöckchen zuvor an einer durch Fuchskot verschmutzten Stelle gelegen hat: Die Weitergabe des Fuchsbandwurms durch den Hund an den Menschen ist möglich. Daher sollten Hunde wie Katzen regelmäßig entwurmt werden. Nach Spaziergängen in Risikogebieten den Hund abduschen.

 

Wer gefährdet ist

Zu den sogenannten Endemie-Gebieten des Fuchsbandwurms gehört der gesamte süddeutsche Raum, vor allem Baden-Württemberg und Bayern. Auch der Prozentsatz infizierter Füchse hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen und liegt in den Hauptrisikogebieten von Baden-Württemberg und Bayern bei über 50%, stellenweise bei mehr als 70%.

Rund zwei Monate nach dem Kontakt, zum Beispiel mit einem toten Tier, ist im Blut feststellbar, ob die Person Wurmeier aufgenommen hat. Vorsichtig sollten aber auch Menschen sein, die nahe am Wald wohnen oder im heimischen Garten schon einen Fuchs gesehen haben – beispielsweise am Komposthaufen. Wer Fuchskot im Garten findet, sollte ihn mit einer Schaufel entfernen und die Stelle mit heißem Wasser übergießen, um mögliche Erreger abzutöten.

FUCHSRÄUDE

 

Die Naturlandstiftung Baden empfiehlt, Hunde anzuleinen und kranke oder tote Tiere keinesfalls anzufassen.

 

Unser Mitarbeiter Michael hat bei einem Waldspaziergang einen Jungfuchs mit starkem Haarausfall beobachten können. Das Jungtier zeigte ein für Füchse eher ungewöhnliches Verhalten. „Dass ein Fuchs noch bei Helligkeit mitten auf dem Waldweg schnürt und sich dort dann niederlässt, sieht man nicht oft“, schildert er. Ein Blick durchs Fernglas zeigte dann auch den Grund: Der Fuchs war von Räude befallen. Er kratzte sich stark und war nur noch auf Kopf und Rücken behaart. Die für Füchse oft tödlich endende Hauterkrankung wird von Milben verursacht. Sie ist unter Füchsen hochansteckend und kann auch auf Hunde übertragen werden. Erfreulicherweise konnte er dann auch noch den diesjährigen Wildkatzennachwuchs bei einem Streifzug durch den Wald beobachten.

Über seine Beobachtung möchte die Naturlandstiftung Baden nun die Hundebesitzer informieren. Dies insbesondere deshalb, weil zu befürchten ist, dass durch die Räudeparasiten möglicherweise Hunde erkranken könnten. Die Fuchsräude ist eine weit verbreitete parasitäre Hauterkrankung bei Säugetieren. Bei unseren heimischen Wildtieren ist vor allem der Fuchs betroffen. Verursacht wird die Räude durch die Sarcoptes-Milbe. Die Weibchen bohren sich in die Oberhaut und legen dort Kot und Eier ab. Infolgedessen entstehen heftig juckende Bläschen und Pusteln. Kratzt sich das Tier, kommt es zu Kratzwunden, das Fell fällt aus, einzelne Körperteile sind teils nackt. Die Fuchsräude führt bei den befallenen Tieren oft zum Tode. Die Gefahr einer Übertragung der Fuchs- oder Sarcoptes-Räude, wie die Krankheit wissenschaftlich heißt, ist nur gegeben, wenn es einen engen Kontakt zu erkrankten Tieren gibt. Die für das Leiden des Tieres verantwortliche Grabmilbe Sarcoptes scabiei gehe nur direkt von einem Wirtstier zum anderen über, erklärt Marco Lasch. Für Haustiere bestehe daher kaum Gefahr, wohl aber für freilaufende Hunde. Hundebesitzer werden darauf hingewiesen, dass sich freilaufende Hunde beim Kontakt mit Füchsen sowie deren Erdbaue mit Räude infizieren könnten.

 

Hilfe: Wer ein an Räude erkranktes Wildtier sieht, sollte den örtlichen Jagdpächter oder Jagdhüter informieren.

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