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DER WOLF

Wie erkenne ich den Wolf?

Grundsätzlich ähnelt der Wolf einem großen Haushund, wobei der Rumpf im Vergleich zu ähnlich gebauten Haushunden länger und der Brustkorb höher, aber schmaler ist. Der Kopf ist relativ groß und die Stirn breit. Die Augen setzen schräg an, die Ohren sind eher kurz. Der buschige Schwanz hat etwa ein Drittel der Kopf-Rumpf-Länge.Die Färbung ist sehr variabel, es gibt weiße, cremefarbene, gelbliche, rötliche, braune, graue und schwarze Wölfe. In den gemäßigten Zonen Europas und Asiens überwiegen graue Wölfe. Meist überwiegen dunkle Haare auf dem Rücken und dem Schwanz. Bauch, Beine und Schnauze sind meist deutlich heller gefärbt. Größe und Gewicht liegen bei mitteleuropäischen Wölfen bei Männchen im Mittel bei 119 cm und einer Schulterhöhe von 70 bis 90 cm, bei Weibchen bei mittlerer Kopf-Rumpf-Länge von 111 cm und einer Schulterhöhe von 60 bis 80 cm. Männchen wiegen 35 bis 67 kg, Weibchen 27 bis 50 kg.

 

Welche Geräusche gibt er von sich?

Wölfe haben ein hoch entwickeltes Gehör. Sie können bis zu 10 km entfernte Geräusche hören, sogar Hochfrequenztöne, die kein Mensch wahrnehmen kann, wie z.B. die Laute der Fledermäuse und Tümmler. Das Winseln ist der häufigste Laut bei Wölfen, es wird bei Unruhe, Unzufriedenheit, Angst, leichter Erregung oder sexueller Bereitschaft von sich geben.

Das einsilbige Wuffen ist ein Warnlaut. Es steigert sich zum Bellen, das bedeutet dann große Erregung, oder als Hilferuf zum Rudel. Wölfe bellen allerdings ganz selten - im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Hunden. Das Knurren ist ein Drohlaut. Bei zunehmender Drohung werden immer mehr Laute dazugemischt; sodass Knurren in ein Schreien übergeht und bis zum Zähneklappern führen kann. Das Knurren ist häufig bei der Futteraufnahme und den dabei vorkommenden Streitereien zu hören. Es dient der Selbstbehauptung innerhalb der Gemeinschaft. Welpen nutzen es aber auch beim Spielen. Der für den Menschen im Zusammenhang mit Wölfen wohl typischste Laut ist allerdings das Heulen. Wenn mehrere Wölfe heulen, harmonisiert es den Klang, so dass der Eindruck erweckt wird, als ob viel mehr Wölfe am Geheul teilnehmen, wie es wirklich ist. Wölfe wollen durch Heulen mit über weite Strecken auseinander gezogenen Rudelmitgliedern kommunizieren. Auch Gefühle und Stimmung können in der Art des Heulens ausgedrückt werden: Freude, Trauer, Stolz oder Erfolg.
Wölfe heulen auch vor der Jagd, damit alle Wölfe bei der Jagd zusammenhalten.

 

Wo lebt er?

Der Wolf war bis zur Entwicklung von Land- und Weidewirtschaft das verbreitetste Raubtier der Erde. Er war in ganz Europa und Asien bis nach Nordafrika sowie in Nordamerika beheimatet. In weiten Teilen dieses einst riesigen Verbreitungsgebietes, besonders im westlichen Europa und in Nordamerika, wurde die Art durch menschliche Verfolgung ausgerottet. In Osteuropa, auf dem Balkan, in Kanada, Sibirien, der Mongolei, und zu einem geringeren Grade dem Iran gibt es noch größere zusammenhängende Populationen. Ansonsten ist der Wolf heute nur in isolierten Beständen (manche umfassen weniger als 100 Tiere) anzutreffen. Wölfe bewohnen eine Vielzahl von Habitaten. Die meisten Wölfe bewohnen Grasland und Wälder. Dass sie vor allem als Waldtiere bekannt wurden, liegt daran, dass der Mensch sie in großen Teilen des Verbreitungsgebietes frühzeitig aus offeneren Landschaften vertrieben hat.

 

Was frisst er?

Grundnahrung des Wolfes bilden im größten Teil des Verbreitungsgebietes mittelgroße bis große pflanzenfressende Säugetiere. Er nutzt dabei die im jeweiligen Lebensraum dominierenden Arten. Wölfe jagen im südlichen Europa Wildschweine und in Gebirgen sind Wildschafe und Steinböcke eine häufige Beute. Kleinere Säuger wie Hasen, Kaninchen, Wühlmäuse und Lemminge werden ebenfalls häufig erbeutet. In der Nähe des Menschen schlagen sie auch Schafe oder junge Rinder, Haushunde und Hauskatzen. In nahrungsarmen Zeiten frisst der Wolf sowohl Aas als auch Abfälle.

 

Was bedroht ihn?

Der Wolf ist als Art nicht gefährdet. Allerdings galt er seit dem 19. Jahrhundert in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas sowie in Großbritannien als ausgestorben, ebenso in einigen Staaten der USA, teilweise in Mexiko und in Japan, und in den übrigen Regionen als stark dezimiert. Die Bejagung hatte daran nur regionalen und zeitweisen Anteil, es waren die erheblichen Eingriffe in die Struktur der Landschaft und in den Bestand der Beutetiere durch den Menschen, die zur Gefährdung führten.

 

Wie kann ich ihm helfen?

Der Wolf zählt in Deutschland zu den „vom Aussterben bedrohten“ und daher „streng geschützten“ Tierarten. Seine Zukunft bei uns hängt aber davon ab, ob wir lernen, wieder mit den Tieren zu leben. Außerdem müssen vorhandene Wolfslebensräume erhalten bleiben und verbunden werden, damit Wölfe aus verschiedenen Vorkommen sich paaren können.

Die Naturlandstiftung möchte dazu beitragen, dass der Wolf in Deutschland als Bestandteil der heimischen Fauna akzeptiert wird. Wölfe sind in ihren Lebensraumansprüchen sehr flexibel. In relativ dünnbesiedelten Kulturlandschaften wie Gebirgslandschaften oder auf Truppenübungsplätzen, wo Wölfe nur wenig gestört werden ist eine dauerhafte Besiedlung durch den Wolf relativ unkompliziert. Verantwortungsvolles Wildtiermanagement verlangt aber auch eine gleichrangige Berücksichtigung aller in einem Lebensraum vorkommenden Wildtierarten. In Landschaften, in denen Menschen leben und Nutztiere halten, muss ganz besonders nach Konfliktlösungsmaßnahmen gesucht werden. Vor allem Schaf- und Ziegenhalter wehren sich oft gegen die Rückkehr des Wolfes, da ihre Tiere, wenn sie nicht entsprechend geschützt sind, für Wölfe eine einfache Beute darstellen.

 

Flächenschutz, Zusammenarbeit mit Nutztierhaltern und der Jägerschaft, Gespräche mit der betroffenen Bevölkerung und Interessensvertretern, Umweltbildungsaktionen an Schulen, Öffentlichkeitsarbeit über die Medien und natürlich auch langfristig angelegte Managementpläne – all diesen Aufgaben müssen angegangen werden. Die Naturlandstiftung wird hierbei den ihr möglichen Beitrag leisten.

Wir unterstützen, dass der Wolf möglichst dauerhaft wieder heimisch wird. Nur ein ideologiefreier Umgang mit dieser faszinierenden Wildart wird ein nachhaltig positives Zusammenleben von Wildtier und Mensch in unserer Kulturlandschaft ermöglichen.

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